GROßBRITANNIEN NACHRICHTEN

03.08.2026

Schwere Ausschreitungen nach Falschmeldungen im Netz
 
Großbritannien wird von den schwersten rassistischen und islamfeindlichen Krawallen seit über einem Jahrzehnt erschüttert. Nach einer tödlichen Messerattacke auf drei Mädchen in Southport breiteten sich in Städten wie Liverpool, Manchester, Bristol, Belfast und Hull gewaltsame Proteste von rechtsextremen Gruppierungen aus. Auslöser waren im Internet gestreute Falschberichte, wonach der mutmaßliche Täter ein asylsuchender Muslim sei – eine Behauptung, die die Polizei inzwischen widerlegt hat. Premierminister Keir Starmer verurteilte die Gewalt scharf, sprach von „rechtsextremem Thuggery“ (Schlägertum) und kündigte an, dass die Täter die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.
 
 
Notfallmaßnahmen zur Sicherung von Moscheen
 
Als direkte Reaktion auf die Angriffe auf islamische Einrichtungen und Unterkünfte von Asylsuchenden hat das Innenministerium ein neues Schnellverfahren für Sicherheitskräfte ins Leben gerufen. Moscheen, die von Gewalt bedroht sind, können ab sofort im Rahmen eines Notfallplans zusätzliche private Sicherheitsdienste und verstärkten Polizeischutz anfordern, um Gläubige vor weiteren Übergriffen radikaler Gruppen zu schützen.
 
 
Krisensitzung der Regierung im „Cobra“-Raum
 
Angesichts der anhaltenden Straßenschlachten und Angriffe auf Beamte hat der Premierminister für den heutigen Montag eine Dringlichkeitssitzung des nationalen Krisenstabs (Cobra) einberufen. Zusammen mit Polizeichefs und Ministern soll über eine koordinierte landesweite Reaktion, den Einsatz von Spezialeinheiten sowie eine beschleunigte Justiz zur schnellen Verurteilung festgenommener Randalierer beraten werden.
 
 
Wirtschaftliche Erholung nach Zinswende
 
An den Londoner Finanzmärkten sorgt die jüngste Entscheidung der Bank of England für eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Stimmung. Nach der ersten Zinssenkung seit Beginn der Pandemie auf 5,0 Prozent verzeichnen die britischen Aktienmärkte eine moderate Erholung. Ökonomen erwarten, dass der Schritt den stark unter Druck geratenen Immobilienmarkt im Spommergeschäft spürbar entlasten wird.